Ist Facebook 50 Mrd. $ wert?

http://jacktimes.com/media/files/2011/01/Goldman-Sachs-invests-on-Facebook.jpgDiese Tage schreckte die Investmentbank Goldman Sachs die Wirtschaftspresse und auch die Web 2.0 Community mit einer nicht unerheblichen Beteiligung am Social Network Facebook auf. Goldman bewertete dabei Facebook mit sagenhaften 50 Mrd. US$. Sagenhaft vor allem angesichts eines Umsatzes von blossen 2 Mrd. US$ und einem verschwindend geringen Profit auf Seiten der Networking-Plattform.

Warum Goldman dennoch mit einer solch exorbitanten Bewertung wirtschaften, und sogar mit einer ordentlichen Rendite auf das Investment rechnen kann, beschreibt die New York Times:

First, Goldman’s cost of capital is close to zero — as a bank holding company, it can borrow from the Federal Reserve at negligible interest rates — so any capital gain it makes on its venture in Facebook will be sheer profit.

Das muss sich der hart arbeitende und fleissig sparende Normalbürger auf der Zunge zergehen lassen: In unserem sozialistischen Geldsystem kann sich die Bank Goldman Sachs, als quasi-verlängerter Arm des Staates, praktisch kostenlos refinanzieren. Jede noch so geringe Wertsteigerung des Investments stellt daher einen Gewinn dar. Kasino-Kapitalismus pur, der staatlichen Zentralbank sei Dank!

Das Beispiel Facebook zeigt übrigens auch sehr anschaulich, wie der Staat Blasen und Finanzkrisen erzeugt. Denn natürlich ist die aktuelle Facebook-Bewertung ein Revival der “Tech Blase” aus den 90er Jahren. Auch damals führte das viele billige Geld der US Zentralbank zu einem künstlichen Boom vor allem im IT Sektor, dem unweigerlich ein Crash und eine Rezession folgten. Damals wie heute reagierte die Politik mit einer weiteren Öffnung der Geldschleusen. Im Anschluss an den Tech-Boom und -Crash folgte darum die Immobilien-Blase und deren Zusammenbruch 2007.

Das Beispiel Goldman/Facebook macht damit deutlich, dass die Politik rein gar nichts aus der jüngsten Finanzkrise gelernt hat, dass die Ursache der wiederkehrenden Krisen, das staatliche Geldsystem, nichteinmal im Ansatz repariert wurde, im Gegenteil - die Party mit dem billigen Geld geht unvermindert weiter.

Soll nur jemand angesichts der nun entstehenden neuen Blase behaupten, die Schuld liege bei einem freien, deregulierten Markt!

4 Kommentare:

  1. Dr. Werner Ende , 7. Januar 2011, 19:24

    Dem kann ich uneingeschränkt zustimmen!

    Anzumerken ist: In FaceBook steckt aus Sicht der Investoren wie Billy Gates und
    Goldmann Sachs enormes, bislang kaum genutztes, steuerfreies Werbepotential.

    Der US-Fiskus ist allerdings schon dabei, diese Lücke zu schliessen.
    Mit freundlichem Gruß
    Dr. Werner L. Ende   7. Januar 2011
    http://www.stay-free.org
    werner.ende@stay-free.de
    http://www.facebook.com/pages/stay-freeorg/186419584701762

     
  2. Markus, 11. Januar 2011, 0:28

    Woher kommt also das viele anlagesuchende Spielgeld im Kasino-Kapitalismus?

    http://extremeinequality.org/
    Working Group on Extreme Inequality » Homepage

     
  3. read this, 20. Juni 2012, 1:21

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  4. freiheitistunteilbar, 22. Juni 2012, 18:39

    Dem kann ich uneingeschränkt zustimmen!

    Anzumerken ist: In FaceBook steckt aus Sicht der Investoren wie Billy Gates und
    Goldmann Sachs enormes, bislang kaum genutztes, steuerfreies Werbepotential.

    Der US-Fiskus ist allerdings schon dabei, diese Lücke zu schliessen.
    Mit freundlichem Gruß
    Dr. Werner L. Ende 7. Januar 2011
    http://www.stay-free.org
    werner.ende@stay-free.de

    Na ja, Leviathan möchte sich in den USA offenbar, das ungenutze Ausbeutungspotential nicht entgehen lassen. :D

     

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