Rassismus oder Totalitarismus?

Um es einmal ganz deutlich zu sagen: Die Einführung des Antirassismusparagraphen in der Schweiz war aus liberaler Perspektive ein fundamentaler politischer Sündenfall. Es ist niemals die Aufgabe einer Regierung, die Gedanken und Äusserungen ihrer Bürger zu kontrollieren oder gar zu bestrafen - mögen diese auch noch so anstössig sein.

Heute bestätigt der Bundesrat diese Einschätzung des genannten Paragraphen: Künftig soll in der Schweiz auch das Zeigen “rassistischer Symbole” unter Strafe gestellt werden. Die Anmassung politischer Äusserungskontrolle wird also nicht, wie es notwendig wäre, zurückgenommen, sondern sogar weiter ausgeweitet. Dies ist leider die Eigenschaft politischer Sündenfälle - wird erstmal ein gut begründetes anti-politisches Tabu gebrochen, also ein politischer Präzedenzfall geschaffen, folgt unweigerlich die immer weitere Ausweitung staatlicher Interventionen in einstige Hoheitsgebiete der Bürger. Schritt um Schritt erodiert so die Freiheit.

Das Bestrafen von blossen Äusserungen ist ein Wesensmerkmal totalitärer Staaten. Das ist die Schweiz nicht und soll es auch nie werden. Die Schweiz hat es nicht nötig, die Äusserungen einer randständigen politischen Minderheit zu überwachen und bestrafen - sie ist besser, als der heute vom Bundesrat gefasste Beschluss!

42 Kommentare:

  1. Ben Palmer, 1. Juli 2009, 20:45

    Gibt es in der Schweiz keine Juristen und Staatsrechtler, die den Mut haben, gegen diesen eklatanten Verstoss gegen das verbriefte Recht auf freie Meinung und Meinungsäusserung aufzustehen um ihn im Keim zu ersticken?

    Unsere Politiker lassen sich von uns Bürgern wählen und bezahlen, aber sie trauen uns nicht nur nicht zu, dass wir uns sebständig Meinungen bilden können, nein, sie wollen es uns verbieten. Denn nur sie wissen, was richtig und gut ist. Wovor haben diese Politiker Angst?

    Was haben der Hitlergruss und Bildchen vom Hakenkreuz mit Rassismus zu tun?

    Wo bleiben die Verbote für Hammer und Sichel, Che Guevara Portraits und den Gesang der Internationale?

     
  2. Dietmar-Dominik Hennig, 2. Juli 2009, 13:51

    Das Bekämpfen von Zeichen und Symbolen ist ein Wesensmerkmal mittelalterlichen, vor-aufklärerischen Denkens. Ein Rückfall in die Barbarei! In einer wirklich freien Gesellschaft `a la Murray N. Rothbard (”Die Ethik der Freiheit”) gäbe es überhaupt keine Kommunikationsdelikte, weil durch Kommunikations niemandes Eigentumsrechte verletzt werden - und andere Rechte als Eigentumsrechte existieren nicht!

    Stattdessen plädieren rechtsbürgerliche Arschgeigen für die Ausweitung der Symbolbekämpfung auf Linksextremismus und Islamismus - oder was sie in ihrer beschränkten Weltsicht dafür halten.

     
  3. Olivia, 2. Juli 2009, 14:10

    Also ich finde dieses Gesetz, insbesondere auf die CH, äussert wichtig!!!!

    Denn Propaganda mit weissen und schwarzen Schafen zu betreiben, hat für mich etwas rassistisches! (das steht für mich nicht einmal zur Diskussion!)

    Ebenso nachdenklich macht es mich, dass junge Leute, die in der CH ganz normal wie CHer aufwachsen, bis zur Volljährigkeit rechtlich Ausländer bleiben. (und darum immer wieder Visum beantragen müssen, damit sie nach ihrem Auslandsaufenthalt wieder zu ihren Eltern dürfen)

    —–> das ist doch grotesk, wenn nicht sogar absolut verkorkst!

     
  4. Olivia, 2. Juli 2009, 14:18

    und noch eines, was ist überhaupt “Liberal”?

    Ich vermute das ist irgend so ein Geschwätz einer wissenschaftlichen Literatur oder mehrere Personen, die sich selbst als liberal bezeichnet(n).
    Bloss folgen diesen Gedanken nur die wenigen. (wie auch, sind ja auch nur theoretische Diskussionen)

    Und was ist überhaupt “liberal”? Heisst das:
    - ALLES gelten zu lassen, weil das die Meinung von Person A ist

     
  5. Julika, 2. Juli 2009, 21:59

    @Olivia
    Denn Propaganda mit weissen und schwarzen Schafen zu betreiben, hat für mich etwas rassistisches! (das steht für mich nicht einmal zur Diskussion!)
    Ok mag so sein. Ich unterstelle mal, Dein Ziel ist eine Gesellschaft ohne Rassismus. Wäre es da nicht am Besten, alle Rassisten des Landes zu verweisen? Sie, die schwarzen Schafe? Ok, notfalls kann man sie ja noch ins Gefängnis stecken und dann erfolgreich resozialiseren, Problem gelöst.Wie sähe Dein Plakat gegen Rassisten aus?
    Ebenso nachdenklich macht es mich, dass junge Leute, die in der CH ganz normal wie CHer aufwachsen, bis zur Volljährigkeit rechtlich Ausländer bleiben.
    Ja klar. Resp. ist das Problem die UNgelichbehandlung von Ausländern und Schweizern. Nur was hat das mit dem Antirassismusgesetz zu tun?

    Und was ist überhaupt “liberal”? Heisst das:
    - ALLES gelten zu lassen, weil das die Meinung von Person A ist

    Nein. Aber es heisst, Person A nicht einfach ins Gefängnis zu stecken, nur weil sie ihre Meinung äussert.

     
  6. Olivia, 3. Juli 2009, 0:18

    Eine Gesellschaft ohne Rassismus … starke Wortwahl!

    Ok mag so sein
    Das klingt nach, Du bist nicht davon überzeugt, dass das Plakat mit den Schafen rassistisch ist.

    …Wäre es dann nicht am Besten, alle Rassisten des Landes zu verweisen? Sie, die schwarzen Schafe?
    -> wäre nicht genau das auch Rassismus?

    Ok, notfalls kann man sie ja noch ins Gefängnis stecken und dann erfolgreich resozialisieren. Problem gelöst.
    Wow, was für ein Vorschlag. Genau DAS hat Hitler betrieben. Alles was nicht in sein Konzept passte wurde “resozialisiert”. ->KZ
    Der Witz an der Geschichte ist nur, dass die Deutschen bereits vor der legalen Machtübernahme davon wussten. D.h. die NS hat Arbeitslager propagiert und die Bevölkerung empfand dies als normal!

    Mein “Plakat” gegen Rassismus fängt schon ein mal dort an, wo angeblich dumme gegen intelligente Personen diskriminiert werden! (siehe IQ-Werte)
    Oder das angehende Jungpolitiker in der Arena äussern, dass die Frauen wieder Kochen lernen sollen … damit die Männer es nicht machen müssen.

    Das Wort “liberal” ist für Dich also ein Oberbegriff?
    Denn das Thema Meinungsfreiheit gehört für mich dazu…

     
  7. Olivia, 3. Juli 2009, 0:26

    Die UNgleichbehandlung von Ausländern und Schweizern hat für mich sehr wohl etwas mit dem Anti-Rassismusgesetz zu tun. (vielleicht nicht direkt, sondern um einige Ecken)

    Ich erinnere mich an die Suche eines Mitbewohners. Der Kandidat, in dritter Generation Viatnamese, aber in der CH voll integriert. Weiss allerdings nicht, ob er auch die Staatsbürgerschaft hatte…
    Der Kommentar meiner Vermieterin:
    “ich bin ja nicht rassistisch, aber was bringen sie mir da für ein Gesindel ins Haus…”

    Was mir auch immer wieder zu denken gab, an der Uni ZH:
    Während meiner Studienzeit habe ich keinen einzigen CHer im Putzpersonal an der Uni gesehen. Alles nur Italiener oder Spanier. Fand ich überaus interessant!

     
  8. Christian Hoffmann, 3. Juli 2009, 0:41

    @Olivia: Nur ein kurzer Satz - deine Ziele sind aller Ehren wert, aber staatlicher Zwang ist nicht das richtige Mittel, um sie zu erreichen. Nicht indem der polizeiliche Meinungswächter nächtens an der Tür klopft werden rassistische Vorurteile beseitigt, sondern indem wir alle darauf achten, was die Menschen in unserem Umfeld von sich geben und angemessen reagieren. Durch Polizeigewalt schafft man Märtyrer, durch soziale Sanktionen schafft man anständiges Verhalten.

     
  9. Christian Hoffmann, 3. Juli 2009, 0:43

    Mehr dazu hier.

     
  10. Julika, 3. Juli 2009, 5:57

    Olivia, meine Ironie muss ich noch verbessern, das war rel. lahm von mir. Worauf ich hinauswollte: Wenn Du ein Antirassismusgesetz befürwortest, befürwortest Du eine Trennung in weisse und schwarze Schafe, wo die schwarzen Schafe (offensichtliche Rassisten) bestraft werden,d amit die anderen (versteckte Rassisten) sich weiss fühlen können. Die schwarzen Schafe nicht gerade des Landes verwiesen werden, weil wir diese super Strafe ja für “kriminelle Ausländer” reservieren wollen, dafür aber ins Gefängnis gesteckt (letztendlich, wenn sie die Busse nicht zahlen). Ziel unseres Strafrechts/Gefängnissystems ist durchaus auch die Resozialisierung (und sie schämen sich nicht dafür), schön dass Du das als das erkennst, was es ist.
    Abgesehen davon, bin ich überzeugt, dass die Merheit aller Schweizer sowas wie rassistisch ist und glaube Deine Beispiele natürlich sofort.

     
  11. Olivia, 3. Juli 2009, 9:58

    @Julika
    Nein. Ein Antirassismusgesetz sollte eigentlich keine Trennung von schwarzen (oder auch weissen Schafen) hervor bringen!
    Wie kommst Du überhaupt darauf? grins.

    Ein Antirassismusgesetz sollte eher darauf aufmerksam machen, dass da hier was im Gange ist, was irgendwie nicht hingehört.
    Ein Gesetz soll ja meines Erachtens auch nicht unbedingt strafen. Nuja, aber vielleicht ist das auch meine Sichtweise.

    Hmmmm. Gesetze als Strafe.
    Hmmmm. Gesetze als Richtlinie?

    @ Christian
    Ich schreibe ja auch nicht von „polizeilicher Staatsgewalt“, sondern dass ich das neue Gesetz gut finde :-)

    Dank des öffentlichen Rechts habe ich die CH-Verfassung gelesen. Und dort steht, wenn ich mich recht entsinne, Frau und Mann sind gleich wert … oder so ähnlich.

    Es ist ein Gesetz … welches jetzt nichts mit „Ehre“ zu tun hat… meines Erachtens. Ich frage mich ja immer wieder warum man eigentlich „Sehr geehrte Frau …“ schreibt. Ehrt man den Empfänger damit?
    Ein “guten Tag” täte es doch auch :-)

     
  12. Julika, 3. Juli 2009, 19:07

    Olivia, ok, ich hab es begriffen, Du verarschst uns.

     
  13. Olivia, 3. Juli 2009, 19:22

    …wenn Du meinst.

     
  14. Julika, 3. Juli 2009, 19:50

    Ok, dann was meinst Du mit:
    Ich schreibe ja auch nicht von „polizeilicher Staatsgewalt“, sondern dass ich das neue Gesetz gut finde :-)

     
  15. Konstantin, 5. Juli 2009, 22:54

    @Olivia

    Was mir auch immer wieder zu denken gab, an der Uni ZH:
    Während meiner Studienzeit habe ich keinen einzigen CHer im Putzpersonal an der Uni gesehen. Alles nur Italiener oder Spanier. Fand ich überaus interessant!

    Das stimmt so nicht. Ich kenne drei Angestellte beim Hausdienst der Uni Zürich und die sind alles waschechte Schweizer (der Abwart am Häldeliweg kommt sogar aus dem St. Galler Rheintal, das aber nur so nebenbei…). Die vermeintlich niedere Tätigkeit, auf die Du da ansprichst, wird auch von Schweizern ausgeführt. Rassismus gibt es dabei nicht. Ich finde es ohnehin nicht diskriminierend oder rassistisch, wenn eine Ausländerin als Putze arbeitet. Der Hauswart und die Putze sind genauso wichtig für unsere Gesellschaft wie der Arzt oder die Juristin. Unterschiedliche Lohn- und Arbeitbedingungen dieser Berufsklassen werden durch die Nachfrage auf dem Markt, die unterschiedliche Ausbildung sowie die vorhandenen Sozialpartnerschaften hinreichend erklärt und sind daher auch gerecht geregelt. Rassistische Motive hier nirgendwo erkennbar.

    Mir erscheint die Angelegenheit eher so, dass Du mit Deinen Geschichten irgendwo einen Sündenbock suchst, dem Du rassistische Motive unterstellen willst ohne zuvor nach anderen möglichen Erklärungen zu suchen. Wenn der Vietnamese keine Wohnung findet, ist daran sofort die rassistische Vermieterin dran schuld. In Deiner Analyse fehlt die lange Warteliste für Wohnungen, die allgemeine Wohnungsnot in Städten wie bspw. Zürich, die hohen Mieten, die vielen Nachfrager, der erste Eindruck, den ein Mieter hinterlässt (Unpünktlichkeit, korrekte Kleidung, Benehmen). Diese Erklärungen reichen vollkommen aus, um eine Ablehnung eines Mietverhältnisses zu begründen. Ein rassistisches Motiv als erste Erklärung zu unterstellen, ohne die wahre Begründung zu kennen, ist unanständig und überdies unfair gegenüber den Beteiligten.
    Wenn das stimmen würde, was Du erzählst, frage ich mich ausserdem, warum in meiner Nachbarschaft nebst Schweizern auch noch zahlreiche Jugoslawen, Asiaten und Deutsche wohnen, wo doch diese eigentlich von den allgemein rassistischen Vermietern gar keine faire Chance auf den Erhalt einer Wohnung haben? Wäre die Schweiz wirklich so ein fieses rassistisches Land, würden Jugoslawen keine Wohnung durch einen Schweizer Vermieter erhalten. Einer Gesellschaft pauschal Rassismus unterstellen zu wollen, bloss weil irgend jemand meint, er sei irgendwo zu kurz gekommen, ist ja wohl wirklich schäbig!

     
  16. Olivia, 6. Juli 2009, 8:56

    - zwar fühle ich mich geehrte, wenn Du meinen Kommentar als Analyse betrachtest (wow!), doch möchte ich Dich darauf hinweisen, dass mein Kommentar lediglich einen Beobachtungscharakter aufweist. Insofern.

    - was hat Kleidung und Benehmen mit einem Mietverhältnis zu tun?
    (ja, bei ganz pinzeligen und “wertenden” Menschen, vielleicht.)
    In erster Linien will ich doch wissen, ob der Mieter die Miete bezahlen kann, mit den Vereinbarungen einverstanden ist und sich an die Hausregeln hält!

    - Unpünktlichkeit, korrekte Kleidung, Benehmen. Diese Erklärungen reichen vollkommen aus, um eine Ablehnung eines Mietverhältnisses zu begründen.

    Da sind wir definitiv anderer Meinung. ..damit ich wieder in Dein Erklärung-Theorie-Raste entspreche, dass ich so argumentiere, weil ich lt. Dir zu kurz gekommen bin und mich damit wirklich “schäbig” verhalte.
    (gleiches wird ja mit gleichem vergolten…)

    - Mir erscheint die Angelegenheit eher so, dass Du mit Deinen Geschichten irgendwo einen Sündenbock suchst, dem Du rassistische Motive unterstellen willst ohne zuvor nach anderen möglichen Erklärungen zu suchen.

    aha, das klingt, als hättest Du bereits eine Meinung über mich und meinst vollstens über diese Geschehnisse informiert zu sein?
    Dass ich weiteren 5 ausländischen Kandidaten absagen musste, weil die Vermieterin mit deren Herkunft nicht einverstanden, ist ja natürlich in Deinen Augen eine rasistische Anschuldigung meinerseits. Dass aber die Vermieterin Nein zu dem sagte, ist natürlich auch meine Schuld, schätz ich jetzt einfach einmal.

    - sonst noch etwas, was ich angeblich in Deinen Augen inkorrekt ansehe?

     
  17. Konstantin, 6. Juli 2009, 23:41

    Kleidung und Benehmen ist sehr wichtig zur Einschätzung einer Person: wer undiszipliniert und unhöflich auftritt, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit eine dementsprechende Zahlungsmoral. Das ist kein rassistisches Motiv, sondern eine Einschätzung einer Person. Das muss ein Vermieter machen, damit er nicht einen Mietnomaden anwirbt, der die Wohnung verdreckt und nach getaner Arbeit in die nächste weiter zieht.
    Wie gesagt: fünf Ausländer ablehnen ist noch lange kein Beweis für Rassismus. Wenn die sich ungeschickt anstellen bei der Wohnungsbesichtigung (bspw. kein Interesse an Müllbeseitigung, Sauberkeit der Wohnung, Instandhaltung), dann schicken die halt Signale aus, die dementsprechend interpretiert werden. Wenn jemand sich nicht für die Kehrrichtabfuhr interessiert, wird es ihm wohl egal sein, wenn seine Wohnung einer Müllkippe gleicht. Und wenn jemand sich Dusche, Bad und WC bei der Wohnungsbesichtigung nicht mal anschaut, dann interessiert er sich wohl auch nicht für körperliche Hygiene. Der Vermieterin bleibt dann wohl auch nichts anderes übrig, als ein höfliches “Nein, Danke”, wenn die Leute einen so schlechten Eindruck hinterlassen.
    Es gehört nunmal dazu, dass man Interesse zeigt - gilt übrigens für Bewerbungen aller Art. Wenn ein Ausländer das nicht macht, ist er selber schuld. Die Schweizer werden da auch nicht anders behandelt und wenn einer Ausländer ist, hat er sich nun einmal anzupassen.

     
  18. Olivia, 7. Juli 2009, 11:46

    Die Vermieterin hat die Kandidaten nicht einmal gesehen, so konnten sie sich gar nicht rüpelhaft benehmen, so dass Deine Argumente zur Geltung kommen könnten.

    übrigens, Kleidung und Benehmen können unter Umständen einem auch nur etwas Vorspielen.

     
  19. Konstantin, 8. Juli 2009, 17:10

    Wenn ich eine Wohnung für eine Person ausschreibe und es melden sich 6 Ausländer als Interessenten, dann muss ich wohl oder übel 5 Ausländer abweisen. Indem ich auf das Angebot der einen Person eingehe, diskriminiere ich alle anderen. Bin ich deswegen ein Rassist?

     
  20. Olivia, 8. Juli 2009, 20:40

    Tja, leider hat sich die Situation etwas anders zugetragen, als Du sie hier ziemlich locker aufschlüsselst. Schlussendlich entschied sich die Vermieterin für einen angehenden französischen Diplomaten, der kurzfristig in Zürich eine Unterkunft suchte.

    Aber um auf Deine (Grundsatz) Frage einzugehen:
    Ich darf Dich ersuchen im Blog hinaufzuscrollen, wo Du meinen Eintrag finden wirst, in dem ich bereits ein ähnliches Argument anführe, dass sinnesgemäss Deinem letzten Kommentar entspricht. - auch Bewerber werden diskriminiert, wie Du sehr richtig in einem weiter unten stehenden Beitrag tippst.

    Zusammengefasst: Rassismus beginnt bereits beim harmlosen Messen der IQ-Werte.

     
  21. Konstantin, 9. Juli 2009, 17:01

    Stimmt doch gar nicht, am Ende hat der Franzose (=Ausländer) die Wohnung bekommen.
    Wahrscheinlich mit dem Spruch:

    “Isch sehe ganz Pari in Deine Augen…”

    ;-)

     
  22. Olivia, 9. Juli 2009, 17:34

    eifersüchtig?

     
  23. Konstantin, 10. Juli 2009, 16:37

    Nein, der Spruch stammt aus einer Mayonnaise-Werbung…
    ;)

     
  24. Olivia, 10. Juli 2009, 17:10

    ist Mayonnaise eigentlich franz.?
    LOL

    Das “aise” lässt zumindest darauf schliessen.

     
  25. Warmduscher, 10. Juli 2009, 22:51

    Nein, der Spruch stammt aus einer Mayonnaise-Werbung…

    Typisch für das Bildungsniveau des Neuen Bürgertums, das uns die Unterhaltungsindustrie, den Boulevardjournalismus und den Antiintellektualismus gegen die gebildeten Eliten beschert hat…

     
  26. Olivia, 11. Juli 2009, 7:18

    Und Du fühlst Dich natürlich wie das Gelbe vom Ei der gebildeten Elite?

     
  27. Warmduscher, 11. Juli 2009, 13:13

    Und Du fühlst Dich natürlich wie das Gelbe vom Ei der gebildeten Elite?

    Nein, eher auf der Seite der docta ignorantia, falls du das zu verstehen in der Lage bist…

     
  28. Olivia, 11. Juli 2009, 20:10

    Ich hab den Begriff jetzt auf Wikipedia nachgesehen. Wenn man diesem Portal glauben darf, heisst es übersetzt “Über die belehrte Unwissenheit“

    Warum ich mit “gelben vom Ei” kommentierte, weil ich es ziemlich arrogant fand, was Du auf Konstantins Kommentar geschrieben hast. Und Dein Satz “falls Du das zu verstehen in der Lage bist” scheint es zu Bewahrheiten.

    Interessant das wir immer noch denken, alle Hirne der Welt intus zu haben…

     
  29. Warmduscher, 11. Juli 2009, 20:43

    Wer Konstantin Benz kennt, weiss, dass er seine eigene Art der Arroganz pflegt: den rechtskonservativen Antiintellektualismus. Als Reaktion auf den Massentrend der Geringschätzung der Eliten und der Vulgarisierung des Diskurses durch die Orwellsche Einflussnahme des rechtskonservativen Mainstreams habe ich mir auf die Fahne geschrieben, die alten Werte hochzuhalten und in der Tradition von Adorno und Habermas zurückzuschlagen. Wenn das arrogant wirkt, ist das bloss eine psychologisierende Zuschreibung, von der bekanntlich rechtsbürgerliche Gutmenschen nicht viel halten. Pitbull Mörgeli (mit Lippenstift?) hat schliesslich in einem Magazin-Interview Freud neben Marx als grosse ideologische Katastrophe für das Bewusstsein der Gegenwart bezeichnet. Sie dürfen also davon ausgehen, dass mich solche Anwürfe erst recht adeln und stolz machen.

     
  30. Olivia, 11. Juli 2009, 21:31

    Wow, was für ein Vokabular. Volksschulwörter sind wohl nicht mehr in, so dass es jedes Individuum versteht. Nuja, wieso vereinfachen, wenns auch kompliziert geht.

    Ich weiss nicht, ob das so toll ist, wenn der andere einen nicht mehr so richtig folgen kann. Und ja, spätestens bei den Wörtern “rechtskonservativen Antiintellektualismus” (puuuuhhhh, harte Materie), konnte mein Verstand nicht mehr richtig arbeiten.

    Also wenn sie meinen, fühlen sie sich geehrt. Doch weiss ich nicht, wie sinnvoll das ist, wenn ihr Gegenüber kein Wort von dem verstanden hat, was Du da von Dir getippselt hast.

    Prof. Harald Lesch pflegt zu sagen:
    Man kann sich mit Astrophysik beschäftigen, aber damit riskiert man, dass einen kein Mensch mehr versteht …
    Und wenn Du aus diesem Satz schlussfolgerst, wie super schlau Du doch bist und welch’ hohes Niveau Du doch angepeilt hast…
    …tröste ich Dich, wir sitzen im selben Boot…

     
  31. Warmduscher, 11. Juli 2009, 22:56

    Volksschulwörter sind wohl nicht mehr in, so dass es jedes Individuum versteht. Nuja, wieso vereinfachen, wenns auch kompliziert geht.

    Wer sich die Mühe macht, versteht mich ohne weiteres. Oder geben Sie bei Artikeln in der NZZ oder Fachzeitschriften rasch einmal klein bei, wenn zu viele “Fremdwörter” darin stecken? Für mich ist das nur eine Frage der Gewohnheit: Wer viel und auch Anspruchsvolles liest (und nicht nur den geistigen Dünnschiss der Gratiszeitungen und von Twitter), schreibt und spricht auch so - ganz natürlich - mir ist der Schnabel so gewachsen. Wer dies kritisiert, hat an meinem Stil etwas auszusetzen, und rechtsbürgerliche Gutmenschen betonen ja immer ganz links und nett, dass der Inhalt zählt und nicht der (sensationsgeile Rechtsaussen-)Stil. Wenn Sie ganz genau hinschauen, werden Sie auch viele Worthülsen finden, die ich 1:1 gewissen Hardlinern (aussen hart & innen weich wie Weichspüler) abgeschaut habe. Ich möchte das «linken Mörgelianismus» nennen.

     
  32. Olivia, 12. Juli 2009, 8:30

    Hey Du wehrst Dich ja richtig ;-)

    Komm’ mal runter von Deinem hohen Ross. Eine Simone de Beauvoir benutzte auch ihre Fremdwörter, allerdings so, dass es auch verständlich ist.
    Aus irgendeinem Grund scheinen NZZ oder Fachzeitschriften auf den ersten Blick den Lesers IQ oder Bildungsgrad zu betonen. Nun, Studien haben ergeben, dass die Artikel gar nicht so anspruchsvoll sind, wie sie da eben meinen. Man diskutiert nur breiter, als das eine Gratiszeitung tut.
    Und so sehr sie auch gegen diese Gratiszeitungen sind, so praktisch finde ich sie. Sie animieren immerhin zahlreiche Menschen zum Lesen, die das sonst nicht täten (man beachte bitte hier den Konjunktiv)

    „rechtsbürgerliche Gutmenschen“ .. was’n das für n Ausdruck? Geht das nicht noch ein Stück abgehobener?

    Worthülsen?
    Du meinst „intellektuelles Geschwafel“, dem meist kein Mensch folgen kann?

    Rechts und Links – existiert das heute überhaupt noch?

     
  33. Warmduscher, 12. Juli 2009, 13:32

    Die Gratiszeitungen lehren unsere Jugend vor allem eines: (Journalistische) Leistung ist nichts wert. Sie wollen zudem nicht im Ernst («breitere Diskussion» - was heisst «breit»? - nicht nur Fremdwörter sind manchmal unverständlich) die profunde Wissenschafts- oder Auslandsberichtserstattung einer NZZ mit dem geistigen Dünnschiss von 20Minuten vergleichen?
    Und «intellektuelles Geschwafel» ist immer noch besser als der Internet-Spam in den Blogs & Kommentar-Schlachten.

    Rechts und links: Für Leute wie Mörgeli offenbar schon. Möglicherweise haben Sie meine Anspielung gar nicht verstanden. Dann verstehen Sie aber vermutlich auch nicht, was ich unter «Worthülsen» verstehe (das Wort «Gutmensch» nie gehört?). Ich nehme mal an, Sie kommen nicht aus der Schweiz.

    Ich komme nicht runter vom hohen Ross. Ich fühl mich hier da oben sehr wohl - die Luft ist viel reiner und nicht vom stinkenden Atem des Pöbels durchsetzt. Fremdwörter sind mir kein Selbstzweck, sondern dienen mir dazu, die Sache möglichst adäquat auszudrücken. Die sog. «Studien», die Sie erwähnen, kann ich sowieso nicht ernst nehmen. Wie soll man Qualität quantitativ messen?
    Man kann übrigens auch neidisch sein auf Gewicht und Qualität meiner Worte. Dazu gibts ein schönes Buch aus dem NZZ-Verlag:
    www.nzz-libro.ch/de/detail.php?shop=1&asearch=1&pageNum_articlegroup=&totalRows_articlegroup=&up_oberKatNr=2&up_katNr=2&up_oberArtikelNr=157&OLDup_oberArtikelNr=211

     
  34. Konstantin, 12. Juli 2009, 22:40

    However, es ist viel schwieriger, komplexe Sachverhalte einfach und verständlich darzustellen, so dass sie der Durchschnittsbürger auch versteht, als einfache Sachverhalte so zu verkomplizieren, dass sie niemand mehr versteht. Insofern ist der 20Min-Redaktor mit Sicherheit um einiges begabter und geistreicher als irgendwelche NZZ-Fuzzies, die nur mit Fremdwörtern um sich schmeissen, damit niemand versteht, was für einen Blödsinn sie gerade verzapfen.
    Christoph Blocher ist der begabteste Politiker der Schweiz und er hat einen Doktortitel in Jus: doch sein Erfolg beruht eben gerade nicht darauf, dass er auf dem hohen Ross sitzt und schöngeistige Phrasen von sich gibt. Seine Stärke besteht darin, dass auch er, der Dr. jur. Christoph Blocher, sich bereit erklärt, seine Meinung so zu formulieren, dass sie auch der Bauer in Hinterpfupfingen noch versteht - und er macht dies auf eine sehr geistreiche Art und Weise, so dass er von vielen geliebt und bewundert wird. Wäre er auf seinem hohen Ross sitzen geblieben, wäre er nie Self-Made-Milliardär und Bundesrat geworden.
    Der Ritt auf dem hohen Ross nützt niemandem. Am allerwenigsten dem Reiter. Arrogante Menschen werden nämlich nie gerne gesehen. Und irgendwann wird die betreffende Person auch vom hohen Ross heruntergerissen - zur Freude und Belustigung aller Beteiligten.
    Der Grund ist trivial: Arroganz erzeugt Gegnerschaft und Gegnerschaft sorgt dafür, dass die betreffende Person irgendwann benachteiligt wird. Hochmut kommt bekanntlich immer vor dem Fall.

     
  35. Warmduscher, 12. Juli 2009, 23:17

    @Olivia: Das ist genau dieser arrogante Anti-Intellektualismus aus rechtskonservativen Kreisen, den ich weiter oben gemeint habe.

    @Konstantin: Wie bereits gesagt, Einfachheit ist nicht unbedingt eine Tugend. Wenn sich etwas nicht in einfachen (Schlag-)Worten ausdrücken lässt, dann ist eine Vereinfachung auch eine Verfälschung. Ein gutes Beispiel ist der Populär-Darwinismus. Auch in letzter Zeit geistern wieder abstruse Verdrehungen über die Evolutionstheorie durch die Redaktionsstuben, Leserbriefspalten - von den Bloggern ganz zu schweigen. Ich halte nicht viel von Leuten, die sich etwas auf ihr Halbwissen einbilden…

     
  36. Olivia, 13. Juli 2009, 8:21

    Da kann ich mich Konstantins Kommentar nur anschliessen.
    Obwohl ich Herrn Blochers Plakat (Betonung liegt auf Plakat) für rassistisch halte, ist es schon ein visuelles Kunstwerk dieses Thema derart darzustellen. Auf diese Idee muss man erst einmal kommen. DAS natürlich gleich für Aufsehen sorgt!

    Und ja, ich bin nicht aus der Schweiz.

    Zum Thema Einfachheit:
    Niemand spricht hier von “Halbwissen”!!
    Einfachheit hat nichts, aber rein gar nichts, mit Halbwissen zu tun!
    Das ist ein ganz prägnanter Unterschied!!

    Zweitens,
    ich bin eigentlich kein Small-Talk-Mensch. So habe ich mir doch tatsächlich eingebildet besser zu sein, als andere, die nur “smalltalkn”.
    Mit dieser Einstellung bin ich recht bald auf die Nase gefallen, weil ich feststellte, dass es ohne Small-Talk einfach nicht geht!!!
    Small-Talk ist genau so wichtig, wie die Fähigkeit eine sachliche Diskussion zu führen.

    …und das gilt auch für die Einfachheit. Ohne ihr ist man nur ein halber Mensch!

     
  37. Warmduscher, 13. Juli 2009, 19:26

    Niemand spricht hier von “Halbwissen”!!
    Einfachheit hat nichts, aber rein gar nichts, mit Halbwissen zu tun!
    Das ist ein ganz prägnanter Unterschied!!

    Das ist jetzt, polemisch gesagt, intellektuelle Wortklauberei. Wir reden ja anscheinend davon, wie man politische Botschaften ans “einfache Volk” hinüberbringt. Und bei Rechtskonservativen ist das eben dieses bescheidene Talent Halbwissen in einfachen Sätzen zu formulieren, so dass jeder glaubt, er hätte alles verstanden. Das wäre wie wenn ich die Quantenphysik dem “einfachen Volk” in drei Worten darlegen würde: “Alles ist unscharf.” Und schon glaubt jeder Bauer und Unternehmer, er hätte die Quantenphysik in ihrem Kern verstanden. Und jeder palavert darüber und ärgert sich, dass Heisenberg und Planck so unverständliche Bücher geschrieben haben und für diesen “Bullshit” (Harry Frankfurt) noch den Nobelpreis der Cüplisozis aus Stockholm bekommen. Und alle meinen einstimmig, die Eliten hätten noch nie den wahren Kern der Sache erkannt. Das meine ich mit “rechtskonservativem Gutmenschentum”.

    Ich weiss zudem nicht, warum Sie hier über Small-Talk smalltalken. Der Informationswert, den Sie damit liefern ist gleich Null. Dass es ohne Einfachheit nicht geht, ist kein Beleg dafür, dass wir keine Intellektuellen brauchen. Ich denke, ich hab das mit meiner kleinen Quantenphysik-Geschichte schön illustrieren können. Sie sehen, auch ich greife zum Mittel der Veranschaulichung, aber dies mit profunderen Kenntnissen als der rechtskonservative Pöbel.

     
  38. Olivia, 13. Juli 2009, 21:16

    Ok. Ich sehe schon wir landen in „persönlichen Attacken“ und da schliesst sich für mich der offene Diskussions- und Meinungsaustausch!

    Wenn Du meine Kommentare/Beiträge für so dumm und nichtig hälst, dann tue es.

    Ich bin ein Mensch der Wissens- und Infovermittlung. Mit Politik habe ich nichts am Hut, noch weniger mit Botschaften an das Volk. Wuuuaw!

    Einfachheit bedeutet für mich, wie Du sehr gut demonstriert hast „Alles ist unscharf“
    Halbwissen heisst für mich „ … unscharf“

    Ich hoffe damit klar und deutlich formuliert zu haben.

     
  39. Konstantin, 13. Juli 2009, 21:45

    Intellektuelle lächerlich zu machen, ist schon deshalb Unsinn, weil sie sich ja schon genügend oft selbst lächerlich machen. Nicht vergessen: immer locker bleiben, Leute. That’s all, folks ;-)

     
  40. Warmduscher, 13. Juli 2009, 22:54

    Intellektuelle lächerlich zu machen, ist schon deshalb Unsinn, weil sie sich ja schon genügend oft selbst lächerlich machen.

    Aber immer noch viel weniger oft als selbsternannte Anti-Intellektuelle: Blocher als Ethik-Professor ;-)

     
  41. Siro Imber, 19. Juli 2009, 14:09

    Habge gerade etwas gefunden, was auf Antrag der Jungfreisinnigen BL und ZH vom Kongress der Partei 2005 verabschiedet wurde. Anscheinend wieder aktuell:

    Resolution der Jungfreisinnigen

    Meinungsverbote sind kontraproduktiv

    Die Jungfreisinnigen lehnen eine politische Einschränkung Meinungsfreiheit in der Schweiz ab. Die durch den Nationalrat angenommene Petition bzw. Motion betreffend Verbot jeglicher Symbole extremistischer Bewegung wird von den Jungfreisinnigen abgelehnt. Sie ist ein untaugliches und kontraproduktives Mittel, das den Grundsätzen unseres Staatswesens widerspricht. Es gibt bereits genügend Mittel um extremistischen Kreisen zu begegnen, Meinungsverbote sind der falsche Weg dazu.

    Jeglicher Einschnitt in diese Freiheitsrechte ruft die liberale Bewegung zum Handeln auf. Wenn der Staat nicht die Freiheit garantiert, so führt er einen Zwang aus. Die liberale Idee unterscheidet sich von allen anderen Ideen, Ideologien und Moralvorstellungen jedoch darin, dass sie ausser der Gewissheit, dass es nichts Absolutes gibt, nichts als absolut anerkennt. Sobald wir jedoch Politisches für absolut erklären und diese der freien Meinungsäusserung entziehen, überschreiten wir die Grenze von der freien Gesellschaft zur Diktatur, zum Totalitarismus.

    Die demokratische Gesellschaft hat schon vielen Anstürmen standgehalten. Wie hätte sich unsere divergierende Gesellschaft sonst als Staat behaupten können, wenn nicht Demokratie und Freiheit unser Staatswesen ermöglicht hätten. Denken wir nur an die Gründung des Kantons Jura, welche im Ergebnis eine unvergleichbare Leistung unserer Demokratie darstellt, wie sie wohl in kaum einem anderen Land als möglich erscheinen würde.

    Die vom Nationalrat angenommene Petition und Motion betreffend des Verbots jeglicher Symbole, welche extremistische, zu Gewalt und Rassendiskriminierung aufrufende Bewegungen verherrlichen, führt unweigerlich zu einer untragbaren Einschränkung der Freiheit und somit der Demokratie. Die freie Meinungsäusserung als Basis jeglichen demokratischen Staatswesens wird untergraben. Jede liberale und demokratische Bewegung wird einer solchen politischen Einschränkung durch den Staat nicht zustimmen dürfen, denn die Staatstätigkeit bezieht sich gerade auf die Gewährleistung von Freiheit und Demokratie und nicht auf deren Einschränkung.

    Gerade diese extremistischen Organisationen mit denen Mitteln zu bekämpfen, die sie selber propagieren, nämlich den Mitteln des ideellen und moralischen Zwangs, zieht unsere demokratische Gesellschaft ungewollt auf die Stufe des totalitären und diktatorischen. Begegnen wir extremistischen Kreisen mit Verboten und Hass untergraben wir also unsere eigene Legitimation und leisten diesen Kreisen Vorschub. Ein solches Verbot ist also kontraproduktiv und verunglimpft die demokratischen und freiheitlichen Ideen. Meinungsverbote stärken extremistische Kreise nur weiter. Wir haben mit dem der Möglichkeit des Verbots von Demonstrationen und der Antirassismusgesetzgebung bereits genügend scharfe Möglichkeiten, diesen Strömungen zu begegnen. Führten wir das Verbot gleichwertig so aus, wie der Nationalrat argumentiert, so muss auch Hammer und Sichel, der Rote Stern oder ein Abbild Che Guevaras verboten werden.

    Freiheit und Demokratie sind viel zu wichtig, als sie mit kontraproduktiven Mitteln zu opfern. Vielmehr bedürfen wie einer Stärkung der liberalen Ideen, denn sie sind überzeugend und stark genug, um allen anderen Ideen gegenüberzutreten. Wir müssen extremistischen Strömungen nicht mit Angst, sondern mit Stolz im Wissen um die Überlegenheit der Freiheit gegenübertreten.

     
  42. Eigenmann Peter, 20. Juli 2009, 18:54

    Hat da jemand gemeint es ginge um Rassismus ????????

     

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