Touché
Ein Zitat von Julika aus den Kommentaren, das ich so schön finde, dass es hier wiederholt werden sollte:
“Steuerflucht ist ein Betrug an der demokratischen Gesellschaft genauso, wie die Flucht einer Frau vor einer Vergewaltigung Betrug an der Männerwelt ist.”

Hei Danke vielmals! Das Traurige daran ist nur, dass mich nun 95% der Menschheit für eine Vergewaltigungsapologetin halten wird
Ein typischer Spruch von Schönwetter-Liberalen, die dann bei nächster Gelegenheit bei den Verschärfungen des Strafrechts applaudieren. Das Traurige ist nur, dass mich nun 99% der Menschheit für einen Verfechter der Kuscheljustiz halten werden…
Hm, ich nehm die Beleidigung mal gelassen hin (ich glaube nicht, dass Verschärfungen des Strafrechts was bringen und war noch niemals dafür, ich halte das Einsperren von Menschen für absolut unmenschlich, aber vielleicht bin ich halt nur untypisch). Aber sie sprechen ein grosses Wort gelassen aus (resp. geben’s mir Recht, sorry honeybun): Im heutigen “Diskurs” ist es allgemein anerkannt, unliebsame Meinungen dadurch zum Schweigen zu bringen, dass der Verkünder angegriffen wird: Wer für die Legalisierung von Drogen ist, nimmt Drogen, daher sind seine Ausagen zu vernachlässigen. Wer für Steuerreduktionen ist, ist ein reiches Arschloch, wer für mildere Strafen für “Kinderschänder” ist ein Pädophiler, wer für Aufhebung des Tempolimts ist, ist ein Raser. Wer aus Prinzip etwas vertritt, ist ein Prinzipienreiter. Und Utopist. Und deshalb marginalisierbar.
Julika, in das selbe Kapitel der ad hominem-Diffamation gehören auch Ausdrücke wie “Schönwetter-Liberale”. Es wird versucht, den Begriff “liberal” zu einem Schimpfwort umzuwerten. Ich gehe jede Wette ein, dass der Warmduscher noch nicht einmal weiss, was unter liberal zu verstehen ist. Vielleicht duscht er ja auch nur bei schönem Wetter, aber auf jedenfalls duscht er zu heiss. Das kann irreversible Schäden verursachen …
@ Ben, ich übelege mir noch, ob ich Ihnen zustimme. Ich fand eigentlich immer, dass (im Gegensatz zu anderen zusammengesetzten “Liberalismen”) das Wort “Schönwetter-Liberale” genau das aussagt, was es meinen muss, nämlich: nicht liberal. Aber vielleicht habens Recht und man sollte generell von diesen Wortschöpfungen Abstand nehmen.
Damit auch Sie es verstehen: Ich habe mich als Reaktion auf homophobe und andere diffamierende Äusserungen auf dieser Plattform umbenannt. Sie dürfen dies als Selbstironie werten, auf dass den Schönwetter-Liberalen die heisse Luft ausgeht.
Zum schönen Wetter: Natürlich will ich hier damit vor allem die Rechtslibertären auf dieser Plattform treffen - eben z.B. jene, welche die SVP schon immer als liberalste Partei gelobt haben (ich nenne jetzt keine Namen - wer das liest, weiss, wer gemeint ist). Dabei betreiben diese Schönwetter-Liberalen etwa punkto Strafrecht den übelsten Populismus, der die dümmsten Verdrehungen nicht scheut. Bestes Beispiel ist Natalie Rickli, die in einem Arena-Auftritt gezeigt hat, dass sie von dem, wovon sie spricht (z.B. vom Strafvollzug), nicht die geringste Ahnung hat.
@ Julika
Viellelicht nicht für eine Vergewaltigungsapologetin, aber für eine Populistin. Wirtschaftsliberale Nicht-Politik “vergewaltigt” die Menschen ja auch irgendwie
Julika, das ist das Zitat des Tages! Standing ovations!!!
:-)
Übrigens reden neoliberale Bonzenfreunde (Straubhaar, Zimmermann, Barbier) gerade massivst einer asozialen, perversen Mehrwertsteuererhöhung das Wort, also einem Parasitismus der die Schwächsten Glieder des Wirtstieres Gesellschaft am meisten schädigt! Und die sich durch Steuerflucht ihren Peinigern nicht einmal entziehen können!!!
Es bleibt dabei: Neoliberale Establishmentarier sind genauso wie neokonservative Kriegshetzer nicht die nächstliegenden Verbündeten der Libertären, sondern da sie anders als erklärte Sozialisten nicht mit offenem Visier kämpfen, sondern als Staazi-Guerillas das anti-etatistische geistige Immunsystem untergraben, die schlimmsten Todfeinde! Aus dieser Erkenntnis gilt es im täglichen Kampf praktische Konsequenzen zu ziehen! Ich habe keinen Bock, ständig von Sozen anhören zu müssen “Das sind doch Deine Leute” (die Militärinterventionen und/oder Steuererhöhungen/Subventionen/Rettungsschirme für Banken/Big Business fordern).
@Dominik Danke vielmals. Es gibt meiner bescheidenen Lehrtätigkeit nach nichts besseres als eine gute Analogie oder Metapher, also nochmals danke. Dafür zitiere ich Dich gleich für Markus.
@Markus:
a) Du wirst Dich wundern, aber das Eintreten für eine Abschaffung von Steuern ist in der Schweiz alles andere als Populismus. Im Gegenteil, ich denke, gerne Steuern zu zahlen ist hier ein Mechanismus, seinen moralisch hohen Wert zu signalisieren. (Nur ein Gefühl, keine wiss. Erkenntnis. Aber die meisten Menschen reagieren geradezu hasserfüllt auf den Vorschlag. Viele natürlich auch, weil sie denken mehr herauszubekommen als einzubezahlen, was ja auch für viele stimmt.)
b) Wer ist denn hier wirtschaftsliberal? Du unterstellst schon wieder. Die “Wirtschaft” ist mir scheissegal, es geht um die einzelnen Menschen, die wirtschaftlich tätig werden und um deren Freiheit. also um einfach nur liberal. Ausserdem ist Politik ja nicht notwendigerweise mit staatlichem Zwang verbunden.
c) Nach Domink:
Neoliberale Establishmentarier sind genauso wie neokonservative Kriegshetzer nicht die nächstliegenden Verbündeten der Libertären, sondern da sie anders als erklärte Sozialisten nicht mit offenem Visier kämpfen, sondern als Staazi-Guerillas das anti-etatistische geistige Immunsystem untergraben, die schlimmsten Todfeinde! Aus dieser Erkenntnis gilt es im täglichen Kampf praktische Konsequenzen zu ziehen! Ich habe keinen Bock, ständig von Sozen anhören zu müssen “Das sind doch Deine Leute”
@ Warmduscher
Bestes Beispiel ist Natalie Rickli, die in einem Arena-Auftritt gezeigt hat, dass sie von dem, wovon sie spricht (z.B. vom Strafvollzug), nicht die geringste Ahnung hat
Siehe oben.
Na und?! Ich darf hier ja wohl noch schreiben, was ich will, Sie [gelöscht]!
[Anmerkung C.H.: Nein, dürfen Sie nicht, es gibt hier auch so etwas wie eine Hausordnung.]
Mist, jetzt hab ich das Schimpfwort verpasst.
Na, dann war der Begriff «Schönwetter-Liberale» also doch angemessen…
Krieg Dich ein. Ich bin zwar auch kein Freund von Löschungen in blogs (Habe die Theorie, jeder, der dagegen ist, musste sich von seinen Eltern zigmal anhören “solange Du die Füsse unter meinen Tisch steckst”), illiberal sind sie aber nicht.
…und hier käme jetzt ein “weil-Satz” - sonst habe ich immer noch nicht eingesehen, wie Libertäre Zensur von blossen Worten begründen…
@ Julika
Pardon, falls ich Libertäre mit “neoliberalen Establishmentariern” und “neokonservativen Kriegshetzern” in eine Topf geworfen haben sollte. Außerdem geht es auch mir um die Freiheit der Menschen - dazu braucht man aber Politik und nicht Nicht-Politik. Und statt sich über zu hohe Steuern aufzuregen, sollte man sich auch mal über zu niedrige Arbeitsentgelte mokieren, damit die “Früchte der Arbeit” endlich gewürdigt werden.
Als Besitzer der domain kann ich mich hier kurz einschalten. Dank unserer grossartigen Kaskadenhaftung bin ich nämlich schlussendlich haftbar für irgendwelche Unflätigkeiten, die hier publiziert werden und keinem Autoren zugeordnet werden können. Daher gilt dieser Teil der Hausordnung, und von daher würden wir es auch STARK VORZIEHEN, WENN ALLE KOMMENTATOREN MIT IHREM BÜRGERLICHEN NAMEN AUFTRÄTEN!
Letzten Endes: Der Eigentümer legt die Hausordnung fest. Niemand möchte, dass es in seinem Haus zu verbalen Schlägereien kommt (ausser Punks und Skinheads, aber die sind ja eher so ein Randphänomen)
Jetzt hab ich mich doch kürzlich belehren lassen, dass es angeblich kein geistiges Eigentum gebe. Zudem ist die Plattform öffentlich. Damit ist die Doppelmoral der Libertären entlarvt.
Blödsinn, das ist keine Frage des geistigen Eigentums, sondern des ganz konkreten Haftungsrechts. Zudem sollte man doch immer auch zwischen Sollen und Sein unterscheiden …
Auch von mir herzlichen Glückwunsch an Julika Hartmann für den Treffer des Monats!
http://lydialiberal.wordpress.com/2009/07/14/der-treffer-des-monats/