Stamm und Stämmer
Um gemeinsam ein möglichst freiheitliches Jahr 2008 einzuläuten, findet am
09. Januar ab 19.30 Uhr im
Restaurant Zur Linde, Universitätstr. 91, 8006 Zürich
ein Liberaler und Libertärer “Gemeinschaftsstamm” statt.
Wie immer sind alle Interessenten herzlich eingeladen!

Sehr gut! Besser und gehaltvoller als das “‘Liberale’ Dreikönigstreffen” in Stuttgart isser allemal!
Hier etwas Diskussionsstoff:
Echter Freisinn beruht auf dem „Mut zum Nein“ zu allen Formen der Fremdbestimmung
Die Schweizer Freisinnigen waren nie ausgeprägt anti-etatistisch, weil sie ja die staatstragende Partei waren und sich mit ihrem Staat selbst dann noch identifizierten als dieser längst nicht mehr liberal war, sondern nach dem Zweiten Weltkrieg sozialdemokratisch- wohlfahrtsstaatlich wurde. Sie verstanden sich im19.Jahrhundert als linke (fortschritts-und veränderungsfreundliche) Kraft primär gegen die Katholisch-Konservativen und (in einigen Kantonen) auch gegen die Liberal-Konservativen. Sie wurden dann gezwungenermaßen in die Mitte gerückt, als sich, vor allem nach dem Ersten Weltkrieg, auch in der Schweiz eine sozialistisch-etatistische Linke organisierte. Die politisch-propagandistisch verheerende Position der Mitte (zwischen zwei Spielarten des Etatismus) ist den Schweizer Freisinnigen von aussen aufgezwungen worden. Sie ist für den Niedergang durch allseitige Erosion verantwortlich.
Der radikale Liberalismus, wie er im 19. Jahrhundert in Europa entwickelt worden ist, basiert auf 7 politisch-psychologischen Abwehr-reflexen:
Anti-Etatismus
Anti-Fiskalismus
Anti-Interventionismus
Anti-Protektionismus
Anti-Korporatismus
Anti-Zentralismus
Anti-Paternalismus.
Wo ist da „die Mitte“? Beim „halben Anti-Etatismus“ usw. usf.?
Wie man sich aufgrund dieser Grundeinstellung angesichts des heutigen Staates und Machtgefüges wie die Deutsche FDP und offensichtlich viele Linksfreisinnige in der Schweiz freiwillig „in der Mitte“ positionieren kann, ist mir ein Rätsel.
Der radikale Liberalismus ist am anti-etatistischen Flügel jeder politischen Gruppierung anzusiedeln. Er gehört zur marktwirtschaftlich-staats-und zentralismusskeptischen Rechten, aber niemals zur zentralstaatlich-nationalistischen Rechten.
Einen konstruktiven Dialog könnten Radikal-Liberale mit antiautoritären Grün-Liberalen und Neuen Linken führen, wenn es solche tatsächlich noch oder wieder gäbe.
Was sich heute „links“ nennt, ist in allen 7 Positionen (mit Ausnahme des Paternalismus, wenn er nicht die eigenen Leaderfiguren betrifft) mehr oder weniger dezididiert „Pro“.
Das Links-Rechts-Schema muss heute als Etatismus - Anti-Etatismus Schema gedeutet werden, wobei sich die anti-etatistische liberale Rechte klar und deutlich und aktiv von der etatistischen nationalistischen Rechten abgrenzen muss.
@ Robert. Ich sehe nicht, wo der Widerspruch liegt. Anti-etatistisch heisst doch noch lange nicht, dass der Staat abgeschafft werden soll, sondern auf ein optimales Minimum reduziert wird. Wo dieses Optimum liegt ist natürlich die Preisfrage, aber wenn der Staat zu klein und schwach wird, fallen die liberalen Grundwerte schnell zusammen, weil sie niemand mehr garantiert. Das kann, aus historischer Perspektive, höchstens ein Übergangstadiume sein und endet in der Regel in einer ziemlich handfesten Diktatur, bis letztere nach und nach durch die Opposition aufgeweicht und demokratisiert wird. Ich würde deshalb gerne wissen welche positive Forderung Du konkret an Deinen Anti-etatismus knüpfst.
Zum am Stamm diskutierten Unterschied liberal/libertär: Die NZZ bezeichnet Ron Paul heute als “wirtschaftspolitisch extrem libertinär”. Sind Liberale sexuell zügellos?
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