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Sozialistisches Grossbritannien

So, die faktische Sommerpause von freilich ist vorbei, jetzt geht’s wieder heiter weiter!

Die NZZ hat kürzlich wieder mal einen verdankenswerten Artikel unter dem ziemlich fragwürdigen Titel Vereinigte Sowjetrepubliken von Grossbritannien und Nordirland veröffentlicht, der mit fünf auf dem Kontinent weit verbreiteten Mythen über mein europäisches Lieblingsland aufräumt. Das ist nicht nur informativ, sondern auch relevant für den hiesigen politischen Diskurs.

Wieso? Der Fortbestand der zitierten Mythen wird meist unbesehen als Faktum akzeptiert. Die inzwischen einsetzenden negativen Konsequenzen der neunjährigen sozialdemokratischen Regierungszeit werden somit nicht der sozialdemokratisch-etatistischen Politik von New Labour zugerechnet, sondern nach wie vor dem Thatcherismus. Premierminister Blair steht diesem zwar wesentlich näher als frühere Labour-Regierungen, aber liberaler Thatcherismus ist seine Politik deshalb noch lange nicht. Diesem Missverständnis gilt es vorzubeugen.

18 Kommentare:

  1. Dietmar-Dominik Hennig, 7. September 2006, 11:29

    Mein Resümee: Über längere Dauer kann man sich, Demokratie als Prämisse einmal vorausgesetzt, halt nirgends an klassisch liberalen Reform-Errungenschaften delektieren. Was Radikaleres (i.e. an die Wurzel gehenderes) muß her!

     
  2. Ulla, 7. September 2006, 12:37

    @Hr. Hennig: Und was soll das “Radikalere” bitteschön sein? Eine neoliberale Militärdiktatur wie in Pinochets Chile?

     
  3. Patric C. Friedlin, 7. September 2006, 13:12

    “… aber liberaler Thatcherismus ist seine Politik deshalb noch lange nicht. Diesem Missverständnis gilt es vorzubeugen.”

    Most inspiring! Dear Christian. That is, what I refer to as “calling the things by their proper names, in order to make life simpler”.

    Wenn nur also denselben Massstab in diesem Lande anlegen, was wäre die Bilanz? Ja. Dito!

     
  4. Libertarian, 7. September 2006, 14:58

    Freiheitliche Beiträge aus englisch-libertärer Sicht finden sich auch hier:

    http://freiheitundzivilisation.blogspot.com/

     
  5. Christian Hoffmann, 7. September 2006, 21:05

    Ein dankenswerter Artikel. Labour hin oder her ist m.E. die Hochachtung, die viele Liberale den Politikern Thatcher und auch Reagan entgegenbringen, ohnehin unangebracht…

     
  6. Christian Dreyer, 7. September 2006, 22:36

    Christian H - bitte um Aufschlüsselung der viel- und nichtssagenden Ellipsis.

     
  7. Christian Hoffmann, 8. September 2006, 13:22

    Nun, es ist nicht so, dass Tony Blair alleine GB in den semi-sozialistischen Zustand versetzt hat, in dem er ist. Grösstenteil hat er diese Situation von Thatcher und Major übernommen. Thatcher mag sich bei der Auseinandersetzung mit den einst übermächtigen britischen Gewerkschaften Meriten erworben haben. Die grosse Meisterin der Liberalisierung, Steuersenkung und Entstaatlichung, als die sie oft dargestellt wird, war sie jedoch nicht. Ich hab die Daten jetzt nicht zur Hand, aber ein Blick auf die Entwicklung der Staats- und Steuerquote unter ihrer Regierung ist ebenso interessant wie enttäuschend.
    Schlimmer noch Mr. Warfare-State Reagan (unter seiner Regierung stieg, soweit ich mich erinnere, die Steuerbelastung sogar an, von der Staatsverschuldung ganz zu schweigen).
    Reagan und Thatcher haben es geschafft, als grosse liberale Reformer wahrgenommen zu werden, ohne diesem Image ernsthaft Taten folgen zu lassen. Was aus PR-Sicher durchaus bewundernswert ist. Liberale sollten jedoch daraus lernen, dass Politiker, selbst liberale, in der Regel nichts zur Lösung des Problems beitragen…

     
  8. Dietmar-Dominik Hennig, 8. September 2006, 14:52

    Yes, indeed: Thatchers Bilanz war durchaus durchwachsen:

    http://dominikhennig.blogspot.com/2005/10/eine-durchwachsene-bilanz.html

     
  9. Sisyphos, 9. September 2006, 12:39

    Ich musste ob dem Titel jedenfalls ziemlich schmunzeln. Auch wenn die Bezeichnung für manchen kontinentalen (Bruder-)Staat treffender wäre… ;-)

     
  10. Oliver Marc Hartwich, 11. September 2006, 12:01

    Freut mich, dass mein Arikel ueber GB gefallen hat. Und was den fragwuerdigen Titel angeht: Ein bisschen provokant war das natuerlich schon gemeint. Legte man diese Masstab an die uebrigen Laender Europas an, so waeren wir wahrscheinlich von Sowjetrepubliken umgeben. Trotzdem: 76 Prozent Staatsanteil in Nordirland sind schwer zu toppen.

     
  11. Sisyphos, 11. September 2006, 16:14

    Toll, dass der Autor eines wichtigen Artikels in einer führenden Schweizer Publikation sich aufs Kommentieren in Blogs einlässt. Gratuliere, man wünscht es wäre ansteckend.

     
  12. Oliver Marc Hartwich, 11. September 2006, 16:32

    Lieber Sisyphos,
    warum denn auch nicht? Ist doch spannend fuer mich, auch mal ein Feedback zu bekommen. Und wenn es dann noch positiv ist, umso erfreulicher ;-)
    Im uebrigen blogge ich ja selber, und zwar hier: http://www.antibuerokratieteam.de
    Beste Gruesse aus Westminster,
    Oliver

     
  13. Christian Dreyer, 11. September 2006, 16:37

    Willkommen auf freilich, Oliver Marc!

    Was übrigens die Fragwürdigkeit des Titels angeht - ich habe bei dieser Qualifikation weniger an die diskutierten Charakteristiken unserer zunehmend staatswirtschaftlichen Volkswirtschaften gedacht (da ist die Sowjetnatur tatsächlich eine Frage des Grades), sondern daran, dass das Vereinigte Königreich nach wie vor unter dem Arbeitstitel Monarchie läuft …

     
  14. Oliver Marc Hartwich, 11. September 2006, 17:21

    Hallo Christian,

    an dem Einwand ist natuerlich etwas dran. Aber was hat die Monarchie denn heute noch zu bedeuten: Die Queen’s Speech wird vom Premierminister diktiert, d.h. rein praktisch sehe ich kaum noch einen Unterschied zwischen GB und den kontinentaleuropaeischen Demokratien.
    Jetzt sollen demnaechst auch noch die letzten 92 Erbadligen aus dem House of Lords entfernt werden. Ausserdem wird der Lordkanzler abgeschafft, und ein neues oberstes (Verfassungs-)Gericht wird wohl auch bald kommen. Alles fuer Freunde der alten, Bagehot’schen Monarchie keine guten Entwicklungen.

    Viele Gruesse,

    Oliver

     
  15. Paläolibertarian, 12. September 2006, 14:26

    Great Britain ist ja keine echte Monarchie mit einem souveränen Herrscher im Sinne von Erik Ritter von Kuehnelt-Leddihn. Es ist leider nurmehr eine Schein-Monarchie und die Windsors sind auch ziemlich heruntergekommen. Keine Emporkömmlinge, sondern Herabkömmlinge!

     
  16. Martin Müller, 13. September 2006, 20:01

    Legte man diese Masstab an die uebrigen Laender Europas an, so waeren wir wahrscheinlich von Sowjetrepubliken umgeben.

    Und die Schweiz wäre dann der Kreml ;-)

     
  17. Sisyphos, 13. September 2006, 21:02

    @Oliver Marc, danke für den Link!

    Cheerio!

     
  18. Konstantin, 14. September 2006, 15:12

    Der Artikel ist sicher verdankenswert. Trotzdem darf etwas nicht vergessen gehen: Tony Blair ist nicht halb so sozialistisch wie manche Schweizer “Mitte”-Politiker (bspw. aus der CVP) oder manche deutschen “Christdemokraten” (bspw. aus der CDU). Wir sollten nicht vergessen: New Labour ist immer noch das kleinere Übel als die kontinentale Sozial-”demokratie”. Wenigstens hat sich Blair von der “Überwindung des Kapitalismus” verabschiedet und die soziale Marktwirtschaft dem Sozialismus vorgezogen. Hierzulande würde ein Sozialdemokrat von den eigenen Leuten gesteinigt werden, wenn er das tun würde. Nicht vergessen: die SP der Schweiz beabsichtigt noch HEUTE(!!!) in ihrem Parteiprogramm die Einführung des Sozialismus. In der Präambel des SP-Parteiprogramms steht: “Eine menschengerechte Gesellschaft und der demokratische Sozialismus bleiben das unabänderliche
    Ziel unserer Arbeit und unseres Kampfes.” Und weiter: “Wir wollen den demokratischen Sozialismus,
    weil er in der
    Achtung der Würde des Menschen wurzelt(sic!!!)” und: “Durch die Überwindung des Kapitalismus wollen wir die Vorherrschaft der Ökonomie über den
    Menschen aufbrechen. Unser Ziel ist die Entwicklung der Wirtschaft zum Wohle aller.”

     

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