Acheter Swisscom …

Wenn das so weitergeht mit den Wirtschaftsnachrichten, machen wir wohl bald Reuters, Bloomberg & Co. Konkurrenz. Aber das wollen wir ja nicht. Daher nur kurz ein update von unserem fiktiven Portfolio-Manager P.M.:

Es hat jetzt doch noch geklappt mit der Performance-Besprechung mit “meinem” Scheich - alles bestens! Er konnte zwar nicht wie vereinbart Anfang Februar, aber dafür hat er mich dann letztes Wochenende zu sich bestellt. Weil die Familienkutsche eh’ gerade leer aus Zürich zurückfliegen musste, hat er wohl an mich gedacht. Hat Spass gemacht - und so bin ich doch noch zum Skifahren gekommen - in Dubai. Verkehrte Welt, was?

Uebrigens, von wegen Alkoholverbot und so - nichts da, der Whisky floss reichlich. JD zwar, was mir gar nicht mehr schmecken will, seitdem Du mir Glenfarclas gezeigt hast. Vielleicht sollte ich ihn mal drauf hinweisen … aber nein, der geht hin und kauft gleich die Distillerie!

Aber eigentlich wollte ich Dich noch auf was hinweisen in Sachen Swisscom: Hast Du France Télécom verfolgt? “Bereits rund 40% aller Telefongespräche (ohne Mobilfunk) der privaten Haushalte werden laut France Télécom dieses Jahr über das Internet kostenlos oder zu Niedrigsttarifen abgewickelt werden. 2005 waren es etwa 15% gewesen und 2004 lediglich 2%.” (NZZ) Autsch! Mit dieser Geschwindigkeit des Strukturwandels habe ich nicht gerechnet. Kein Wunder will der Bundesrat raus - der soll sich bloss beeilen!

Uebrigens, was Dein Kumpel da zur Credit Suisse gesagt hat ist ja alles gut und schön. Interessant ist aber, dass die Jungs vom Markt dermassen auf’s Dach gekriegt haben, oder? Mir scheint, da waren eine ganze Reihe Leute mächtig überrascht über die Höhe der aktienbasierten Lohnbestandteile, die neuerdings sofort als Kosten ausgewiesen werden müssen (US GAAP und IFRS sei Dank!). Tja, man sollte sich nie mit den Erbenzählern anlegen, das gibt nur Aerger. Für die Teppichetage wird die wachsende Transparenz langsam, aber sicher unbequem…

5 Kommentare:

  1. Dominik, 16. Februar 2006, 8:23

    Endlich merken die Aktionäre (oder Investoren), dass die Boni etc. direkt an ihrem Benefit abgezogen werden. Eine gute Entwicklung, oder?

     
  2. Konstantin, 16. Februar 2006, 13:39

    Ich habe die Videokonferenz auch gesehen und gemäss dem, was Herr Grübel gesagt hat, handle es sich bei diesen buchhalterisch problematischen “aktienbasierten Entlöhnungen”, um Löhne für obere Kader - teilweise aus dem Versicherungs- und Pensionskassengeschäft. Klingt für mich irgendwie danach, als hätte man wieder mal alles zusammengestrichen, um dem Topmanagement ein paar fette Provisionen zuzuschanzen.

     
  3. Konstantin, 16. Februar 2006, 13:45

    Noch etwas zur Swisscom: schon mal was von Skype gehört?
    Ich glaube die Leute von der Swisscom haben die Marktentwicklung völlig verschlafen: es drängen neue Anbieter auf den Markt, es gibt Konkurrenz aus dem Ausland und durchs Internet.
    Wie lange wollen die mit Ihrer Strategie noch so weiterfahren?

     
  4. […] Was, wenn das viele so machen? In Frankreich sollen es gemäss NZZ (via freilich.ch) bereits vierzig Prozent sein, die ohne France Télécom leben! Dann ist der ehemalige Monopolist plötzlich das Argument los, aufgrund dessen er von gewissen konservativen Politikerinnen und Politikern von links bis zur Mitte noch als staatsnotwendiger Betrieb gehätschelt wird. Der Bundesanteil am Unternehmen ist echt in Gefahr, aber nicht wegen des Verkaufs, sondern wegen technischem Fortschritt und mündigen Menschen, die auf Alternativen umsteigen können - und bald wird es deren mehr geben, wenn die ersten pan-europäischen Netze kommen. Deshalb: Verkauft die Swisscom, aber schnell! […]

     
  5. […] Man vergebe mir die sarkastische Spitze (oder auch nicht), aber der jüngste Vorschlag der CVP in Sachen SCMN fordert solches wohl einfach heraus - das Unternehmen soll an eine Stiftung übertragen werden, um den Verkauf in’s böse Ausland zu verhindern und die Grundversorgung im Land zu sichern. […]

     

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