Gestern entschied die Schweizerische Nationalbank, das Ziel der Geldwertstabilität einem populistischen “race to the bottom” mit den umliegenden Weichwährungen zu opfern. Es handelt sich dabei um einen drastischen Eingriff in das Vermögen Schweizer Bürger, ja aller Franken-Halter. In meiner neuen Schweizer Monat-Kolumne adressiere ich genau diese Problematik. Der Artikel ist seit gestern auch beim Liberalen Institut abrufbar:
Die monetäre Entlastung der Exportindustrie geht zu Lasten all jener, die von günstigen Importen profitieren. Hierzu zählen beispielsweise die Konsumenten. Durch ihre Intervention schafft die SNB also willkürlich eine Gewinner- und eine Verliererklasse. Neben allen Importprofiteuren haben bei einer Weichwährungspolitik letztlich auch stets alle Sparer das Nachsehen — die SNB untergräbt deren Vermögen. Woher nur nimmt die SNB das Mandat für eine solche Umverteilung?
Empfehlenswert ist zu diesem Thema auch der neue Kommentar Konrad Hummlers:
Währungsrelationen basieren auf einem multifaktoriellen, nicht determinierbaren System, bei dem obendrein Psychologie (Erwartungen!) und Zufall auch noch eine Rolle spielen. Oder umgekehrt ausgedrückt: Es entspricht einer ziemlichen Anmassung übergeordneter, angeblich multifaktoriell tauglicher Intellektualität, wenn man eine Währung als über- oder unterbewertet bezeichnet. Das gilt auch für die derzeitige Bewertung des Schweizerfrankens. So könnte es durchaus sein, dass der hohe Kurs die künftigen Produktivitätsdifferenzen zum Euro-Raum in zwei, drei Jahren adäquat abbildet, wenn man etwa an die Auswirkungen der von verschiedenen Seiten angestrebten Transfer-Union denkt. Wer sagt uns, dass die diesbezüglichen heutigen Erwartungen der Marktteilnehmer so falsch sind?
Die nun erfolgte Intervention der SNB gefährdet also das Vermögen der Schweizer Bürger allein aufgrund einer Annahme, einer Spekulation. Die Nationalbank entpuppt sich einmal mehr als der grösste und gefährlichste Währungsspekulant der Schweiz. Wenn ein Hedge Fonds mit seiner Einschätzung des “richtigen” Frankenkurses falsch liegt, dann ist das das Pech seiner Anleger. Diese können ihm das Vertrauen jederzeit entziehen. Wenn dagegen die SNB mit ihrer gestrigen Spekulation falsch liegt, dann wird dies viele Millionen unschuldige Bürger enorme Summen ihres hart erarbeiteten Vermögens kosten. Ohne Ausweg, ohne Alternative.
Ich frage mich: Können die Herren unseres Geldes bei der Zentralbank und ihre politischen Anheizer nachts noch ruhig schlafen?