Archiv Oktober, 2006

Von der Internet-Untauglichkeit der Jungparteien

Ausgerechnet für die junge Generation der Politiker ist Web 2.0 noch ein Fremdwort. Besonders pikant zeigt sich dies in der harten Gegnerschaft der Jungen SVP gegen Weblogs. Nun machen andere das Rennen.

Der Junge Grüne Sandro Feuillet, Betreiber der Website ignoranz.ch, hat eine eigene Plattform zur Verbreitung seiner politischen Ansichten gegründet. Und er macht damit nicht nur politische Reklame für seine Partei, sondern auch Geld, wie der folgende Bericht in der Zeitung “heute” beweist:

http://www.heute-online.ch/wissen/play/artikel47821

Die antiliberalen Freiheits- und Fortschrittsgegner aus dem neokonservativen Lager der Jungen SVP haben ihrer Partei erneut einen Bärendienst erwiesen. Bundesrat Blocher verstand es noch, die 68er Methoden für seine Partei zu adaptieren, anstatt sie zu verbieten - und er hatte Erfolg. Die heutigen Bürgerlichen sind jedoch zu dieser Denkweise kaum mehr fähig. Während Links-Grün das Web 2.0 für sich zu nutzen weiss, reagiert Mitte-Rechts mit Verboten, Sanktionen und Verhinderungsversuchen - anstatt die neue Technologie konstruktiv zu nutzen.

Die bürgerlichen Jungparteien werden auf diese Weise nie mehr sein, als eine PR-Aktion für das politische Establishment. Allerdings fehlt den unerfahrenen Parteibossen auch das Format und das Verantwortungsbewusstsein, um auf die sich abzeichnende Problematik angemessen zu reagieren. Inwieweit das Einfluss auf den Wahlkampf haben wird, dürfte das Wahljahr 2007 zeigen. Es ist zu erwarten, dass die Jungparteien (mit Ausnahme der Jungen Grünen) auch hier eine Statistenrolle spielen werden.

Demokratie live… diesmal in Brasilien

Der Präsidentschaftswahlkampf im schönen Brasilien zeigt einmal mehr das wahre Gesicht der Demokratie. Überraschend hatte dort im ersten Wahlgang der “konservative” Herausforderer Geraldo Alckmin, Ex-Gouverneur des Staates Sao Paolo, die sicher geglaubte Wiederwahl des Amtsinhabers Lula da Silva in Frage stellen können. Der “geschickte Politiker” (gibt es eine schlimmere Beleidigung?) Lula reagiert umgehend: Er bezeichnete Alckmin als einen Neo-Liberalen und warf im vor, staatliche Unternehmen, wie die Banco do Brasil, die Post und Petrobras, privatisieren zu wollen. Allgemeines Entsetzen! Alckmin reagierte seinerseits sofort: Er wies den infamen Vorwurf zurück und zeigte sich seitdem nur noch mit Anstecknadeln in der Öffentlichkeit, die ihn als grossen Befürworter staatlicher Unternehmen auswiesen.

Fachkreise zeigten sich überrascht, da die Privatisierungen der Vergangenheit, wie etwa in den Bereichen Telekom, Stahl, Bergbau und Luftfahrt als volle Erfolge galten. Alle Bereiche erlebten einen Investitions- und Wachstumsboom und schufen zahlreiche neue Arbeitsplätze. Das kann natürlich keinen Liberalen überraschen. Aber was zählt schon die profane Realität, denn in Brasilien frisst der Steuerstaat nach wie vor 40% des BIP auf. “Die Brasilianer mögen einen starken Staat”, so der ehemalige Präsident der Zentralbank. Lula und Alckmin verhalten sich also nur folgerichtig.

Was aber ist die Lehre aus dieser erneuten Wahl-Farce: Liberalismus und Demokratie sind nicht dasselbe, oft widersprechen sie sich sogar. Es wird Zeit, dass auch westliche Liberale dies endlich erkennen!

Solche Aktionen sollten Schule machen…

www.kein-monopol.de

Libertärer Stamm Oktober

Wieder sind alle Freiheitsfreunde herzlich zum Libertären Stamm Zürich eingeladen.

Er findet diesmal am 

Freitag, den 27. Oktober ab 20.30 Uhr

im Restaurant Zur Linde, Universitätstr. 91, 8006 Zürich (http://www.linde-oberstrass.ch/)

statt.

Ist Freihandel moralisch geboten?

Ich habe endlich das Thema für meine Nachdiplomarbeit in Wirtschaftsethik. Ich möchte an dieser Stelle allen danken, die ich mit der Suche nach einem Thema genervt habe. Ich bin ja der Typ, der regelmässig dem Kellner hinterherrennt, weil er seine Bestellung modifizieren will. Ich fühl mich viel wohler im Entscheidungsprozess und mit Ungewissheiten, als nach der Entscheidung und mit Gewissheiten. Und ich mag gutes Essen zu sehr, wenn wir schon dabei sind. Also hab ich mein Thema auch ein paar mal geändert, jetzt aber ist es fix.

Deshalb schon der nächste Anschlag: Kennt jemand Argumente pro oder contra Freihandel, die im üblichen Diskurs nicht auftauchen? Falls ja, würde ich mich sehr freuen, wenn ihr mir weiterhelfen könnt. Ich werde während des Schreibens interessante Informationen auf www.ethikerin.ch posten.

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