Von der Internet-Untauglichkeit der Jungparteien
Ausgerechnet für die junge Generation der Politiker ist Web 2.0 noch ein Fremdwort. Besonders pikant zeigt sich dies in der harten Gegnerschaft der Jungen SVP gegen Weblogs. Nun machen andere das Rennen.
Der Junge Grüne Sandro Feuillet, Betreiber der Website ignoranz.ch, hat eine eigene Plattform zur Verbreitung seiner politischen Ansichten gegründet. Und er macht damit nicht nur politische Reklame für seine Partei, sondern auch Geld, wie der folgende Bericht in der Zeitung “heute” beweist:
http://www.heute-online.ch/wissen/play/artikel47821
Die antiliberalen Freiheits- und Fortschrittsgegner aus dem neokonservativen Lager der Jungen SVP haben ihrer Partei erneut einen Bärendienst erwiesen. Bundesrat Blocher verstand es noch, die 68er Methoden für seine Partei zu adaptieren, anstatt sie zu verbieten - und er hatte Erfolg. Die heutigen Bürgerlichen sind jedoch zu dieser Denkweise kaum mehr fähig. Während Links-Grün das Web 2.0 für sich zu nutzen weiss, reagiert Mitte-Rechts mit Verboten, Sanktionen und Verhinderungsversuchen - anstatt die neue Technologie konstruktiv zu nutzen.
Die bürgerlichen Jungparteien werden auf diese Weise nie mehr sein, als eine PR-Aktion für das politische Establishment. Allerdings fehlt den unerfahrenen Parteibossen auch das Format und das Verantwortungsbewusstsein, um auf die sich abzeichnende Problematik angemessen zu reagieren. Inwieweit das Einfluss auf den Wahlkampf haben wird, dürfte das Wahljahr 2007 zeigen. Es ist zu erwarten, dass die Jungparteien (mit Ausnahme der Jungen Grünen) auch hier eine Statistenrolle spielen werden.
Comments(15)