Warum wollen alle Liberale sein?
Solange das Liberale Institut kein eigenes blog hat (was hoffentlich nicht mehr lange der Fall sein wird!), müssen wir halt interessante Beiträge hier diskutieren, sonst entgehen sie der politischen Blogosphäre vollständig. freilich-Autor Robert Nef hat in der Folge des Ulrich-Streits (samt weiterer online Diskussionen) einen spannenden Artikel zum genannten Thema veröffentlicht, dem ich leider wieder einmal mehr nicht viel Kritik entgegenzusetzen habe - wie langweilig.
Robert typisiert das Staatsverständnis in den vier Kategorien anarchistisch - libertär - liberal - etatistisch. Für mich wird jedoch die praktisch relevanteste Unterscheidung zwischen libertär und liberal noch zu wenig klar. Von der libertären "aufgeklärten Staatsskepsis" (Staat als notwendiges Uebel) bis zur liberalen "kritischen Staatsbejahung" ist es wahrlich kein weiter Weg, sodass mir diese Unterscheidung akademisch vorkommt. Mir scheint, dass hinsichtlich Staatsverständnisses eine grobe Taxonomie genügt, die zwischen Anarchismus (Staatsablehnung), Liberalismus (notwendiges Uebel) und Etatismus (Heil im Staat) unterscheidet. Die weiteren Ausführungen in Roberts Artikel verwenden im wesentlichen auch nur noch diese drei Gruppen.
Natürlich freue ich mich über den Widerstand gegen die Amerikanisierung des Liberalismus-Begriffs, bin aber leider ganz und gar nicht optimistisch bezüglich seiner Erfolgsaussichten. Es wäre schön, jetzt den richtigen Strategen nennen zu können, der gesagt hat, dass man jene Schlachten wählen solle, die man auch gewinnen kann …
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